Vermeidung von Etikettenschwindel

Was drin ist, steht nicht drauf – was draufsteht, ist nicht drin

Vermeidung von Etikettenschwindel

Vermeidung von Etikettenschwindel

Was die Etiketten Dir nicht sagen: Viele Lebensmittel, die als „natürlich“ oder „naturnah“ bezeichnet werden, sind häufig mit toxischen Pestiziden, Antibiotika, Wachstumshormonen oder gentechnisch veränderten Bestandteilen gewachsen und verbleiben auf oder in der Nahrung, die wir essen.

Manchmal wird z.B. vorgetäuscht, dass ein Produkt aus biologischem Anbau stammt und zwar mit Bezeichnungen wie

  • „aus kontrolliertem Anbau“,
  • „aus chemiefreier Landwirtschaft“,
  • „aus naturnahem Anbau“

Diese Aussagen bedeuten nicht, dass es sich um biologisch produzierte Lebensmittel handelt.


Quelle: Netzfrauen; „In „naturbelassen“ sollte auch nur Natur drin sein – Der Etikettenschwindel der Nahrungsmittel-Industrie“; unter: https://netzfrauen.org/2014/04/16/naturbelassen-sollte-auch-nur-natur-drin-sein-der-etikettenschwindel-der-nahrungsmittel-industri/

Nur Produkte mit einem gesetzlichen BIO-Zeichen oder einem BIO-Verbandszeichen garantieren höchste Bio-Qualität ohne Pestizid-Einsatz und ohne Gentechnik.

Folgende Bezeichnungen täuschen Bio-Herkunft nur vor, haben aber mit biologischen Qualitätskriterien nichts zu tun:

  • SÄMTLICHE BILDER bzw. ZEICHNUNGEN auf LM-Verpackungen, die Natürlichkeit suggerieren, aber keines der o.a. Prüfzeichen auf der Rückseite der LM-Verpackungen abgebildet haben
  • „aus der Region“ bzw. „regional“
  • “Naturnah”
  • “Naturrein”
  • “Natürlich”
  • „100 % Natur“
  • „In …… Naturrein kommt nur Natur rein“
  • „Mit der Kraft der Natur“
  • „Urkraft“ bzw. sämtliche „Ur“-Bezeichnungen
  • “Rein – Natürlich”
  • “aus naturnahem Anbau”
  • “aus umweltgerechter Landwirtschaft”
  • “aus kontrolliertem Anbau”
  • „aus chemiefreier Landwirtschaft“
  • uvm.

 

Übersetzungshilfe –  Das steht drauf, das steckt wirklich drin


  • „Ohne Geschmacksverstärker“: „ohne künstliche Geschmacksverstärker“, „ohne geschmacksverstärkende Zusatzstoffe“ – ein Allerlei, an dessen Differenzierung sich die Hersteller nicht verlässlich halten. Beim erstgenannten Aufdruck sollten weder chemische Zusatzstoffe wie Glutamate (E 620–E 625) verwendet werden noch Zutaten wie Sojaproteinhydrolysat, Würze oder Hefeextrakt. Die beiden anderen Etiketten bedeuten lediglich, dass auf Glutamat verzichtet wird – dennoch können andere geschmackverstärkende Zutaten (siehe oben) drin sein.
  • „Natürliche Aromen“: Wirbt ein Produkt damit, erzeugt womöglich ein Rohstoff aus der Natur den Geschmack – bei Erdbeeren meist Schimmelpilze und Holzfasern. Nur wenn ausdrücklich die Frucht genannt wird, z. B. „natürliches Erdbeeraroma“ oder „Erdbeerextrakt“, steckt sie auch drin.
  • „Ohne Zusatz von Konservierungsstoffen“: Das steht oft auf Salaten und Brotaufstrichen, die Zutaten und Zusatzstoffe wie Branntweinessig, Senfsaat, L(+)-Weinsäure, Zitronensäure oder das Säuerungsmittel Essigsäure enthalten – und die haben durchaus eine konservierende Wirkung. Bei Fisch- und Geflügelsalaten wird als Konservierungsstoff oft Benzoesäure (E 210) verwendet – die gilt als Allergieauslöser. In Verbindung mit Ascorbinsäure (E 300) steht sie im Verdacht, Krebs zu erregen.
  • „Ohne Farbstoffe“, „ohne künstliche Farbstoffe“: Klingt gut, trotzdem wird gefärbt. Rote-Bete-Saft, Karotten- und Kürbispulver, Konzentrate von Spirulina-Algen oder Schwarze Johannisbeeren gelten als färbende Lebensmittel und finden sich bevorzugt in Süßwaren und Molkereiprodukten.
  • „Laut Gesetz“: Diese Floskel bewirbt den Verzicht auf bestimmte Zusatzstoffe. Scheinheilig! Der betreffende Stoff darf in der Lebensmittelgruppe ohnehin nicht eingesetzt werden.
  • „Ohne Haushaltszucker“: Zugegeben, so ein Produkt enthält zwar keine Saccharose (Rüben- oder Rohrzucker), wurde aber eventuell reichlich mit Fruktose oder Glukose, Honig, Milchzucker oder Malzzucker, Stärke oder Cellulose gesüßt.

Quelle: Vital.de; „Etikettenschwindel bei Lebensmitteln“; unter: http://www.vital.de/essen/gesunde-ernaehrung/artikel/etikettenschwindel-lebensmitteln


Weitere legale Täuschungen:


Regionalschwindel

Die Begriffe „aus der Region“, „unsere Heimat“ oder „unser Norden“ sind gesetzlich nicht geschützt. Die Zutaten für dieses Produkt kommen aus aller Welt – die Werbung mit regionaler Herkunft ist dennoch vollkommen legal.

Gesundheitsschwindel

Sobald beispielsweise Vitamine oder Mineralstoffe zugefügt werden, dürfen selbst Zuckerbomben wie Süßigkeiten oder Soft Drinks und Junk Food mit Gesundheit werben. Begriffe wie „Fitness“ oder „Wellness“ sind gar nicht geschützt.

Versteckte Agrar-Gentechnik

Haben Tiere genveränderte Futtermittel bekommen, muss das nicht auf der Verpackung stehen. Als Käufer von Tierprodukten wie Fleisch, Milch, Eiern – oder auch Vollmilchschokolade – werden Verbraucher ohne ihr Wissen zu Unterstützern von Agrar-Gentechnik.

Versteckte Tiere

Viele tierische Bestandteile müssen weiterhin nicht gekennzeichnet werden. Das ist besonders für Vegetarier, Veganer, gläubige Muslime und Juden ein Problem, die auf bestimmte bzw. alle tierischen Lebensmittel verzichten wollen. Bei den „Fitness“-Flakes enthalten sowohl die Aromen als auch der Farbstoff Zutaten vom Tier.

Unverständliche Nährwertangaben

Mit Mini-Portionen und fragwürdigen „Richtwerten für die Tageszufuhr“ rechnen Hersteller Zucker-, Fett- oder Salzwerte schön. Die verwirrende Kennzeichnung wurde eigens von der Industrie entwickelt, um die sogenannte Nährwert-Ampel nach britischem Vorbild zu verhindern. Die Ampel hätte diese „Fitness“-Zuckerbombe auf einen Blick entlarvt.

Quelle: foodwatch; „Das ultimative Mogelprodukt“; unter: http://www.foodwatch.org/de/informieren/werbeluegen/mehr-zum-thema/kennzeichnungsverordnung/


Das AMA-Gütesiegel

AMA-Gütesiegel

Das gleiche gilt auch für das normale AMA-Gütesiegel (Agrarmarkt Austria). Von VerbraucherInnen oft fälschlicherweise für ein Biosiegel gehalten, wirbt man mit glücklichen Kühen auf bunten Almwiesen. Dass das AMA-Gütesiegel jedoch die Fütterung mit gentechnisch manipulierten Futtermitteln nicht ausschließt, erfahren KonsumentInnen in dieser Werbung nicht. Ebenso nicht, dass dieses Siegel bei der Anwendung von Pestiziden kaum über die gesetzlichen Mindeststandards hinausgeht.

Ein Siegel, das der Vermarktung österreichischer landwirtschaftlicher Produkte dient und von der EU stark subventioniert wird.

Quelle: Greenpeace; „Marketing-Tricks – Viel Lärm um nichts“; unter: http://www.greenpeace.org/austria/de/themen/konsum/Hintergrund-Info/bewusst-einkaufen/konsum/siegel-zertifikate-guetezeichen/marketing-tricks/