Umweltinstitut fordert Handel auf: Schluss mit Mikroplastik in Duschgels, Zahnpasten und Kosmetik

Große Handelsketten haben in vielen Fällen  großen Einfluss auf  industrielle Hersteller,

denn diese wollen natürlich in den jeweils hunderten Filialen einer Handelskette „gelistet“ – also präsent in den Regalen sein.  Nach wie vor läuft das meiste Geschäft über die allseits bekannten Handelsketten wie Spar, Billa, Merkur, dm, Hofer etc. Aus diesem Grund können Handelsketten oftmals sehr wohl mitbestimmen, welche Produkte sie haben wollen und welche nicht.

 

Da Mikroplastik erwiesenermaßen auch in die Nahrungskette und damit in den Körper des Menschen gelangen kann    (Quelle: Die Plastikbedrohung – NDR – 8.6.2014)

und in Tierversuchen nachgewiesen wurde, dass in den Tieren eingelagerte kleinste Plastikteilchen massive Entzündungen hervorrufen können,  so ist es nicht ausgeschlossen, dass auch wir Menschen Mikroplastik in z.B. den Darmzotten – wo sie gut „eingelagert“ werden  – vorhanden sind.

Aus diesem Grund fordert das Umweltinstitut Natürlich Leben ein völliges „Stopp“ des Einsatzes von Mikroplastik in Duschgels, Haarwaschmittel, Zahnpasten, Kosmetik und Co.

Prof. Gerd Liebezeit von der Universität Oldenburg bringt es auf den Punkt.

Kleine Plastikteilchen , Bestandteile in Duschgels, Zahnpasten  u. Kosmetik  – teilweise 100 Micrometer klein –

werden über das Waschbecken und Badewannen abfließend in Kläranlagen, dort  nicht komplett zurückgehalten.

Prof. Liebezeit weiter: „Wir wissen, dass ein Teil (des Mikroplastik) im Klärschlamm bleibt, aber wir wissen nicht, WIEVIEL im Klärschlamm bleibt und wieviel von dem

was reinkommt, hier jetzt ins Meer gelangt.“ (Quelle: NDR – Die Plastikbedrohung veröffentlicht am 8.6.2014)

(im konkreten Fall das Abwasserrohr Wilhelmshafen – bei uns in Österreich über Ausbringung Badewasser u. Waschbecken der Haushalte über die Kläranlagen in den  Klärschlamm  und von dort auf die Ackerflächen)

 

Im Wasser schaden kleinste Plastikteilchen gleich zweifach:

Viele Partikel sondern Weichmacher ab, die auf Lebewesen wirken wir Hormone.

Durch solche Substanzen sind bereits einige Wasserschneckenarten ausgestorben, weil sich die Weibchen zu Männchen mutieren. Fortpflanzung

ist so nicht mehr möglich. Weichmacher stehen im Verdacht beim Menschen zu Unfruchtbarkeit zu führen.

Ausserdem zieht die Plastikoberfläche Giftstoffe an.

 

Wie kleine Sondermülltransporter sammeln die kleinen Plastikpartikel Schadstoffe ein.

So wie jetzt ein Organismus diese schadstoff-beladenen Plastik-Partikel aufnimmt, dann ändert sich im Magen-Darm-Trakt das chemische Mileu für diese

Partikel und die Schadstoffe können freigesetzt werden und dann in das Muskelfleisch einwandern.

Wir haben hier eine sekundäre Belastung der Organismen die das machen. Das Ganze kann sich über die ganze Nahrungskette wieder fortpflanzen.“

(Quelle: Die Plastikbedrohung (8.6.2014 – NDR)

 

Nachdem diese „Plastik-Misere“ einen Zeitdruck zur Lösung erzeugt,

gibt  das Umweltinstitut Natürlich Leben den Tipp für Konsumenten beim Kauf  von Duschgels, Haarwaschmittel, Kosmetik, Plastikflaschen etc.  auf der Rückseite der Produkte bei den Inhaltsangaben auf folgende Zeichen – stellvertretend für Mikroplastik – zu achten und derartig gekennzeichnete Produkte samt Mikroplastik im Regal stehen zu lassen sowie Produkte zu kaufen, die diese Plastikbezeichnungen NICHT auf der Packungsrückseite stehen haben.

PE:      Polyethylen

PVC: Polyvinylchlorid

PU:    Polyurethan

Wir fordern weiters den Handel auf, Hersteller mit Microplastik in ihren Produkten  – zeitliche Fristen zu geben, bis wann sie diese höchst wahrscheinlich gesundheitsgefährlichen Plastikteilchen für den Menschen von der Rezeptur zu streichen haben, da sie ansonsten „ausgelistet“ bzw. nicht mehr in den Regalen geführt werden.

(siehe Unterschriftenliste unseres Umweltinstitutes Natürlich Leben  – um dieser dringend notwendigen Lösung genügend Nachdruck zu verleihen) 

 

 

 

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